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Schutzpatronin St. Barbara 4. Dezember

in Brauchtum und Feiertage 03.12.2013 13:26
von Uschi | 45.140 Beiträge | 43983 Punkte

Bergleute feiern Schutzpatronin St. Barbara

Im Schaubergwerk in Wettelrode bei Sangerhausen (Landkreis Mansfeld-Südharz)
werden sie unter Tage der Heiligen Barbara gedenken und auch einen ökumenischen Gottesdienst feiern.
Bei Sangerhausen wurde bis zur Wende Kupferschiefer abgebaut.
Der 4. Dezember ist der Namenstag der Schutzpatronin der Bergleute, St. Barbara.


was die Legende berichtet

Kurz gefasst erzählt die Legende von einer schönen Tochter Namens Barbara, der ihr Vater Dioskuros alles angedeihen ließ, was ein wohlhabender Kaufmann seinem Kind bieten konnte: Ein schönes Zuhause, eine gute Ausbildung und die Erfüllung vieler Wünsche. Dies alles unternahm der heidnische Vater, damit seine Tochter nicht Christin wurde oder sich zu einer Heirat verleiten ließ, die gegen seine Absicht war.

So durfte das Mädchen in einem Turm ihre Wohnung einrichten. Sie wurde von guten Lehrern unterrichtet. Von einem Lehrer, einem Freund des bekannten Schriftstellers Origines, erfuhr sie vom Christentum und ließ sich taufen. Um einen eigenen Betraum zu haben, der auch Treffpunkt für andere Christen sein sollte, erbat Barbara von ihrem Vater die Einrichtung eines Badezimmers. Auch diesen Wunsch erfüllte der Vater. Barbara ließ zu den beiden Badezimmerfenstern ein drittes fügen - als Lob des dreifaltigen Gottes.

Als ein junger Mann die Hand seiner Tochter begehrte, war Dioskuros nicht abgeneigt, weil derjenige von gleichem Stand und Vermögen war. Barbara aber war wenig geneigt und der Vater bedrängte sie nicht, weil er eine weite Reise unternehmen musste und auf Zeit setzte. Aber als er, wieder zurückgekehrt, seinen alten Plan verfolgte, eröffnete ihm Barbara, dass sie nicht daran denke, einen Heiden zu ehelichen, weil sie Christin sei. Ihr Vater reagierte jähzornig und unerbittlich: Vor die Wahl gestellt, den heidnischen Kandidaten zu heiraten oder grausam bestraft zu werden, floh sie vor dem Vater, der sie mit gezücktem Schwert verfolgte.

Auf der Flucht öffneten sich Barbara die Felsen und bargen sie. Ein Hirte hatte dies beobachtet und verriet sie an ihren Vater, der sie nach Hause schleppte und schwer misshandelte.

Als alle seine Torturen nichts halfen, brachte er Barbara vor den Landpfleger Martian, der sie nach Reichsrecht aburteilen - also wegen Hochverrats zum Tode bestimmen sollte. Als alle Schmeicheleien Martians nicht halfen, ließ er sie derart durchprügeln, dass Barbaras Haut nur noch aus rohem Fleisch bestand und niemand mehr glaubte, sie werde die Nacht im Verließ überstehen.

Aber, so erzählt die Legende, ein Engel des Herrn heilte in der Nacht alle ihre Wunden und versprach ihr Beistand bei allen noch zu erwartenden Qualen. Gott wollte Martian und Dioskuros durch sein Wunder bekehren. Martian aber schrieb die unerklärliche Heilung den Göttern zu. Barbara hielt ihm entgegen: „Nein, nein! Holz und Steine, aus dem deine Götter gefertigt sind, können das nicht. Dies ist ein Werk des Herrn des Himmels und der Erde, den ich als den einzigen wahren Gott anerkenne, für dessen Ehre ich zu sterben bereit bin.” Erneut wurde Barbara schwer misshandelt. Barbara blieb standhaft und betete: „Deine Hand, o Herr verlasse mich nicht. In dir kann ich alles, ohne dich vermag ich nichts.” Martian verurteilte Barbara zum Tode durch Enthauptung.

Dioskuros, der alle Qualen seiner Tochter mit angesehen hatte, erbat vom Landpfleger die zweifelhafte Gnade, die Rolle des Scharfrichters übernehmen zu dürfen. Unter ständiger Geißelung trieb man die nackte Barbara auf einen Hügel, wo sie hingerichtet werden sollte. Ehe Barbara ihren Kopf ihrem Henker und Vater neigte, dankte sie öffentlich für die ihr verliehene Gnade und aus den Wolken lud sie eine Stimme zur ewigen Belohnung ein.

In späteren Zeiten fügen die Legenden ein, der Heiligen sei in diesem Moment versprochen worden, dass kein Mensch, der sie anrufe, ohne Sterbesakramente sterben werde. Ihr Vater schlug ihr den Kopf ab. Auf dem Nachhauseweg wurde der grausame Vater vom Blitz erschlagen. Dies alles soll an einem 4. Dezember geschehen sein.


© Prof. Dr. theol. Manfred Becker-Huberti, Köln



zuletzt bearbeitet 04.12.2019 08:56 | nach oben springen

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Schutzpatronin St. Barbara 4. Dezember

in Brauchtum und Feiertage 04.12.2019 08:56
von Uschi | 45.140 Beiträge | 43983 Punkte

Barbarazweige

Bild entfernt (keine Rechte)

sind Zweige von Obstbäumen, die nach einem alten Brauch am 4. Dezember, dem liturgischen Gedenktag der hl. Barbara in der römisch-katholischen und der griechisch-orthodoxen Kirche (Barbaratag), geschnitten und in einer Vase in der Wohnung aufgestellt werden.
Je nach Gegend und Brauchtum werden Kirsch-, Apfel-, Birken-, Haselnuss-, Rosskastanien-, Pflaumen-, Holunder-, Rotdorn- oder Forsythienzweige verwendet.
Sie sollen bis zum Heiligen Abend blühen und zum Weihnachtsfest die Wohnung schmücken.

Der Brauch geht auf eine Überlieferung von der Heiligen zurück, nach der sie auf dem Weg in das Gefängnis mit ihrem Gewand an einem Zweig hängenblieb.
Sie stellte den abgebrochenen Zweig in ein Gefäß mit Wasser,
und er blühte genau an dem Tag, an dem sie das Martyrium erlitt.

Nach regionalem Volksglauben bringt das Aufblühen der Barbarazweige Glück
im kommenden Jahr. Teilweise ist es Brauch, dass die jungen Mädchen
jedem einzelnen Zweig den Namen eines Verehrers zuweisen.
Der Zweig, der zuerst blüht, soll auf den zukünftigen Bräutigam hinweisen.
Barbarazweige waren aber auch Grundlage anderer Orakel,
wie Ernteorakel, wo die Blütenanzahl die Erntegröße zeigte,
oder auch zur Vorhersage von Lottozahlen fanden sie Anwendung.
Dieser Brauch hat seine Analogien in vielen Kulturen („Lebensrute“)
und zählt somit zu den vielen Orakel­bräuchen.
Schriftlich nachgewiesen ist der Barbarabaum seit dem 13. Jahrhundert.

Eine Bauernregel besagt: „Knospen an St. Barbara, sind zum Christfest Blüten da.“


niemals aufgeben


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