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Kabinett erlaubt begrenzten Cosco-Einstieg ( China)

in Neues aus Deutschland 26.10.2022 12:07
von Uschi | 45.723 Beiträge | 45664 Punkte

Kabinett erlaubt begrenzten Cosco-Einstieg
Stand: 26.10.2022 10:53 Uhr

Die Regierung hat im Streit um den Einstieg der chinesischen Staatsreederei Cosco im Hamburger Hafen einen Kompromiss abgesegnet. Der Konzern darf sich nun mit 24,9 Prozent beteiligen - statt wie ursprünglich geplant mit 35 Prozent.

Der begrenzte Einstieg der chinesischen Staatsreederei Cosco in die Betreibergesellschaft eines Containerterminals im Hamburger Hafen ist von der Bundesregierung genehmigt worden. Das Kabinett stimmte einer sogenannten Teiluntersagung zu.
Terminal Tollerort im Hamburger Hafen | dpa

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Statt des Einstiegs mit 35 Prozent beim Terminal Tollerort des Hamburger Hafenlogistik-Konzerns HHLA genehmigte die Regierung aber nur eine Beteiligung der Chinesen von 24,9 Prozent. HHLA bemüht sich nun um eine Einigung mit Cosco für den abgespeckten Einstieg, der auch keinen Anspruch auf einen Geschäftsführerposten mehr vorsieht. Cosco soll zudem untersagt werden, sich vertraglich Vetorechte bei strategischen Geschäfts- oder Personalentscheidungen einräumen zu lassen.

"Im Wesentlichen geht es darum strategisch Beiligungen zu verhindern", Max Zenglein, Mercator Institut für China Studien
5 Min
"Im Wesentlichen geht es darum strategisch Beiligungen zu verhindern", Max Zenglein, Mercator Institut für China Studien
tagesschau24 10:00 Uhr, 26.10.2022

Der Entscheidung war innerhalb der Bundesregierung ein Konflikt zwischen Kanzleramt und etlichen Ministerien vorausgegangen, die sich für ein komplettes Verbot ausgesprochen hatten. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck sowie andere Bundesminister hatten insbesondere nach den Erfahrungen mit Gaslieferungen aus Russland vor neuen Abhängigkeiten gewarnt.
Xi Jinping (rechts) und Präsident Putin | via REUTERS

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Das Kanzleramt und die Hamburger Regierung hatten aber darauf gedrängt, dass der Einstieg zustande kommt. Scholz, der Anfang November nach China reist, hatte darauf verwiesen, dass es nicht um einen Verkauf des Hafens gehe. Hätte das Kabinett nicht in dieser Woche entschieden, wäre der Verkauf automatisch wie von Cosco und HHLA ursprünglich vereinbart genehmigt worden.

Der in Verhandlungskreisen als Notlösung bezeichnete Kompromiss soll nun die Sorgen wegen eines zu großen chinesischen Einflusses auf den Hamburger Hafen ausräumen. Laut Außenwirtschaftsgesetz sind Investitionen in die kritische Infrastruktur ab 25 Prozent genehmigungspflichtig. Da das Terminal Tollerort nicht zur kritischen Infrastruktur gezählt wurde, löste die angeordnete Reduzierung auf 24,9 Prozent den regierungsinternen Streit. Kritiker sehen den gesamten Hafenbetrieb aber als kritische Infrastruktur und lehnten den Einstieg deshalb ab.
Überwachungskameras vor einer Flagge der Volksrepublik China in Shanghai. | REUTERS

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"Diese Genehmigung zu erteilen, ist falsch", Friedrich Merz, CDU-Vorsitzender, zu Streit über chinesische Beteiligung Hamburger Hafen
Morgenmagazin, 26.10.2022

"Und da stehen für mich nicht in erster Linie finanzielle Aspekte im Vordergrund, sondern politisch-strategische," so Merz. Er verwies unter anderem auf die Warnungen der Ministerien sowie des Bundesnachrichtendiensts, eine solche Investition zuzulassen. Es gehe um einen grundsätzlichen Aspekt der Sicherheitsinteressen Deutschlands. "Ich verstehe den Bundeskanzler nicht, wie er in einer solchen Situation darauf bestehen kann, eine solche Genehmigung zu erteilen", sagte Merz.
Dröge: Nichts aus Russlandpolitik gelernt

Auch die Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge hat die Entscheidung als Fehler kritisiert. Der Kompromiss begrenze zwar den Schaden, führe aber weiterhin zu einer wirtschaftlichen Abhängigkeit und beeinträchtige Deutschlands Souveränität bei kritischer Infrastruktur. Dröge sagte weiter: "Diejenigen, die diese Investition zu einem reinen Wirtschaftsprojekt verklären, haben nichts aus der Russlandpolitik der vergangenen Jahrzehnte gelernt. Es darf bei kritischer Infrastruktur und Schlüsseltechnologien keine Abhängigkeit von autoritären und undemokratischen Staaten geben."

Wie Merz forderte Dröge eine neue Chinapolitik. Dazu gehöre auch "eine Weiterentwicklung des Außenwirtschaftsgesetzes und eine Verständigung in der EU auf eine gemeinsame Infrastrukturstrategie".
Acht Terminal-Beteiligungen in Europa

Cosco betreibt auch die weltweit viertgrößte Containerreederei.
Deren Schiffe laufen seit mehr als 40 Jahren das Terminal Tollerort an.
Cosco will im Gegenzug zu der Beteiligung das Terminal zu einem bevorzugten Umschlagpunkt in Europa machen. Reedereibeteiligungen an Terminals sind in der globalen Containerlogistik üblich. Cosco selbst hält allein in Europa bereits Beteiligungen an acht Terminals.
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#2

RE: Kabinett erlaubt begrenzten Cosco-Einstieg ( China)

in Neues aus Deutschland 26.10.2022 12:09
von Uschi | 45.723 Beiträge | 45664 Punkte

jetzt sind es 24,9%
und dann 2 Jahre später wird es unter dem Tisch vergrößert

ich könnte grad allen eine Backpfefe verpassen die dafür sind
auch unser toller Bundeskanzler
so gescheit und doch dumm wie Stroh

verkaufen die Teile Deutschland >


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#3

RE: Kabinett erlaubt begrenzten Cosco-Einstieg ( China)

in Neues aus Deutschland 26.10.2022 19:01
von Jyria | 6.714 Beiträge | 5813 Punkte

Man kann eigentlich nur noch den Kopf schütteln über die Entscheidungen unserer Politiker.



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