Alte Haigerlocher Masken – lebendiges Brauchtum
Fasnetsbräuche lassen sich in Haigerloch über viele Jahrhunderte zurückverfolgen. Der erste urkundliche Beleg findet sich im Haigerlocher Stadtbüchle von 1457, dem ersten geschriebenen Stadtrecht unter Erzherzogin Mechthild, die die vorderösterreichische Grafschaft Hohenberg regierte. Darin ist erwähnt, dass die Bürger am „äschrigen“ Mittwoch ein Pfund Heller von der Herrschaft für ihre gemeinsame Zeche bekamen, ein Brauch, der sich über Jahrhunderte erhielt.
Regelmäßige Fasnehtsumzüge lassen sich in Haigerloch bis in das Jahr 1606 nachweisen. Der Brauch der Fasnetsküchle als herrschaftliche oder kirchliche Gabe ist seit 1652 belegt und die „Unsitte“ des Fasnetsbegrabens ab 1778 beschrieben. Es gibt zudem Berichte über ein Maskenverbot von 1784.
1860 war das erste Bräuteln
Einer der ältesten, noch bestehenden Haigerlocher Fasnetsbräuche ist das Bräuteln, das erstmals 1860 stattfand und bis heute in nahezu unveränderter Form veranstaltet wird.
Der Beginn einer organisierten Fasnet in Haigerloch datiert aus dem Jahr 1885. Hier ist erstmals von einem Narrenvorstand zu lesen. Auch von einem Narrenkommitee ist die Rede, das dann bis Ende des Jahrhunderts immer wieder Erwähnung findet und unter anderem am Fasnetsdienstag eine Bauernhochzeit aufführte.
1898 entstand die erste Narrenzeitung, am 5. Februar 1906 schließlich wurde ein „Carnevalsverein Haigerloch“ gegründet. Dieser wurde 1930 in Narrenzunft Haigerloch umbenannt und in der Hauptversammlung am 30. November 1930 in die Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte aufgenommen.
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