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#1

So nimm denn meine Hände - und führe mich!

in Hochzeitstage ,die Ehe und Ihr Brauchtum 17.01.2019 11:37
von Gelöschtes Mitglied
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So nimm denn meine Hände - und führe mich!


Dieses Lied habe ich zum ersten Mal gehört - nicht bei einem TRAUER-Gottesdienst, sondern bei einem TRAU-Gottesdienst.

Sprich - bei einer Trauung, einer Hochzeit.

So, als würde da die Braut zum Bräutigam sprechen:

So nimm denn meine Hände / und führe mich
bis an mein selig Ende / und ewiglich.
Ich mag allein nicht gehen, / nicht einen Schritt:
wo du wirst gehn und stehen, / da nimm mich mit.



Das fand ich schon als Kind recht übertrieben, dass die Braut nicht einmal EINEN Schritt alleine gehen könnte, ohne ihren Göttergatten von Mann!

Und andere Leute fanden das auch e bissl übertrieben!

Was Wiki weiß:

Zitat
So nimm denn meine Hände ist ein evangelisches geistliches Lied. Der Text von Julie Hausmann wurde erstmals 1862 gedruckt.

Heute gehört das ökumenische Lied zu den wenigen, die auch über die sonntägliche Gottesdienstgemeinde hinaus bekannt sind. Es ist eines der meistgesungenen Lieder bei Trauerfeiern.

Die rasche und anhaltende Popularität des Liedes steht im Gegensatz zu seiner zögernden Aufnahme in die offiziellen Kirchengesangbücher. Das Deutsche Evangelische Gesangbuch von 1915 und dessen landeskirchliche Adaptionen in der Zwischenkriegszeit ordneten es den „geistlichen Volksliedern“ zu, die nicht für den Gottesdienstgesang bestimmt waren. Auch im Stammteil des Evangelischen Kirchengesangbuchs von 1950 fehlt es. Erst im Evangelischen Gesangbuch von 1993 ist es als vollwertiges Kirchenlied unter der Rubrik Glaube – Liebe – Hoffnung: Angst und Vertrauen – also nicht unter Sterben und ewiges Leben – aufgenommen (Nr. 376).[8] Im Mennonitischen Gesangbuch findet es sich unter Nr. 353 unter der Rubrik Wie Gott uns stärkt – Geborgensein und Vertrauen.

Ein Kuriosum ist die frühere Sitte, das Lied bei Trauungen zu singen und es dabei auf das Händereichen der Brautleute zu beziehen.



Mehr dazu: https://de.wikipedia.org/wiki/So_nimm_denn_meine_H%C3%A4nde


Interessant, dass ich das nun hier bestätigt finde:

Ein Kuriosum ist die frühere Sitte, das Lied bei Trauungen zu singen und es dabei auf das Händereichen der Brautleute zu beziehen.

Frage: Kennt ihr dieses Lied auch?
Und falls ja - woher?



zuletzt bearbeitet 17.01.2019 11:38 | nach oben springen

#2

RE: So nimm denn meine Hände - und führe mich!

in Hochzeitstage ,die Ehe und Ihr Brauchtum 17.01.2019 13:12
von arawal | 5.542 Beiträge | 5127 Punkte

lied kenne ich von beerdigung


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#3

RE: So nimm denn meine Hände - und führe mich!

in Hochzeitstage ,die Ehe und Ihr Brauchtum 17.01.2019 13:17
von Uschi | 50.491 Beiträge | 58835 Punkte

ja auch ich kenne dieses Lied

doch nicht zur Trauung
sondern zur Beerdigung

als Trost das Gott einem nicht alleine lässt und überall dabei ist

aber wie sovieles kann man es auch anderst auslegen
und Trauleute die dies sich aussuchen
haben bestimmt Ihre eigenen Gedanken dazu


mir wäre es zu traurig da ich es immer mit dem Tod verbinde




So nimm denn meine Hände

1) So nimm denn meine Hände / und führe mich
bis an mein selig Ende / und ewiglich.
Ich mag allein nicht gehen, / nicht einen Schritt:
wo du wirst gehn und stehen, / da nimm mich mit.

2) In dein Erbarmen hülle / mein schwaches Herz
und mach es gänzlich stille / in Freud und Schmerz.
Laß ruhn zu deinen Füßen / dein armes Kind:
es will die Augen schließen / und glauben blind.

3) Wenn ich auch gleich nichts fühle / von deiner Macht,
du führst mich doch zum Ziele / auch durch die Nacht:
so nimm denn meine Hände / und führe mich
bis an mein selig Ende / und ewiglich!



zuletzt bearbeitet 17.01.2019 14:05 | nach oben springen

#4

RE: So nimm denn meine Hände - und führe mich!

in Hochzeitstage ,die Ehe und Ihr Brauchtum 17.01.2019 14:27
von Gelöschtes Mitglied
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Hier ist das Lied nun zu hören:

https://www.youtube.com/watch?v=Vki7bVc9RYk


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#5

RE: So nimm denn meine Hände - und führe mich!

in Hochzeitstage ,die Ehe und Ihr Brauchtum 17.01.2019 14:55
von Uschi | 50.491 Beiträge | 58835 Punkte

gefällt dir Rudolf Schock nicht????



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#6

RE: So nimm denn meine Hände - und führe mich!

in Hochzeitstage ,die Ehe und Ihr Brauchtum 17.01.2019 15:30
von Gelöschtes Mitglied
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Wieso?


Sicher gibt es dieses Lied in vielen Versionen.



zuletzt bearbeitet 17.01.2019 15:30 | nach oben springen

#7

RE: So nimm denn meine Hände - und führe mich!

in Hochzeitstage ,die Ehe und Ihr Brauchtum 17.01.2019 15:44
von Gelöschtes Mitglied
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Auch dort ist von Hochzeit die Rede:

Zitat
Wegen seiner Gefühlsstärke und Innigkeit („Ich mag allein nicht gehen ...") wird das Lied sowohl bei Hochzeiten als auch bei Beerdigungen gern gesungen.



https://www.deutschland-lese.de/index.php?article_id=570

Woanders habe ich die sicher zutreffende Bemerkung gelesen, dass die Leute sich oft nur die erste Zeile eines Liedes merken.

In diesem Falle also: "So nimm denn meine Hände ...."

Und dabei denken sie eben eher an eine Trauung als an eine Beerdigung.


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#8

RE: So nimm denn meine Hände - und führe mich!

in Hochzeitstage ,die Ehe und Ihr Brauchtum 17.01.2019 16:26
von BlattimWind | 5.640 Beiträge | 12011 Punkte

Ich kenne das Lied, aber auch nur von Beerdigungen.

Zur Hochzeit - na ja, da finde ich es nicht so passend (das mag für andere auch anders sein).
Diese Worte würde ich niemals an einen Menschen richten - - - mein Leben lang möchte ich mich nur von EINEM führen lassen.


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#9

RE: So nimm denn meine Hände - und führe mich!

in Hochzeitstage ,die Ehe und Ihr Brauchtum 17.01.2019 17:35
von Mai | 4.252 Beiträge | 11346 Punkte

@BlattimWind

Dieser Meinung schließe ich mich gerne an.


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#10

RE: So nimm denn meine Hände - und führe mich!

in Hochzeitstage ,die Ehe und Ihr Brauchtum 17.01.2019 18:01
von Gelöschtes Mitglied
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Bei einer Beerdigung habe ich dieses Lied noch nie gehört.
Nur bei Trauungen in der Kirche.
Aber gedacht war es wohl von der Verfassererin für sich selbst ganz persönlich.
In einer traurigen Situation.

Hier mehr dazu:

Zitat

Die Hymne «So nimm denn meine Hände» zeugt von Tiefe. In ihr ist von Verlust zu lesen und gleichzeitig eine Gewissheit zu spüren. Die Zeilen geschrieben hat Julie Katharina von Hausmann, die in Riga im heutigen Lettland zur Welt gekommen ist. Ihr Vater, der zum baltischen Grossbürgertum gehörte, arbeitete als Gymnasiallaborlehrer. In ihren Teenagerjahren fand Julie zum christlichen Glauben und sie begann, geistliche Gedichte zu verfassen.

Tragische Liebesgeschichte

Laut Überlieferung entstand das Lied «So nimm denn meine Hände» wie folgt: Julie verliebte sich in einen jungen Pastor, der Menschen, die noch nie etwas von Jesus gehört hatten, die frohe Botschaft erzählte. Der Abreisetermin nach Afrika, wo er auf einer Missionsstation arbeiten sollte, stand bereits fest. Das junge Paar verlobte sich noch vor seiner Abreise. Julie sollte die nötigen Visen einholen und dann nachreisen. Er wollte vor Ort in der Zwischenzeit ein Haus vorbereiten und alles organisieren, so dass die beiden gleich nach ihrer Ankunft in ihrem neuen Daheim würden heiraten können.

Nach mehreren Monaten war auch Julie im Besitz der Papiere, die sie brauchte, um die Länder, die es zu durchqueren galt, auch wirklich passieren zu können. Und so begann bald auch ihre Reise – damals natürlich noch ohne Flugzeug, denn Julie lebte von 1826 bis 1901. Eine lange Schifffahrt begann.

Als das Schiff nach mehreren Wochen schliesslich am Zielhafen anlegt, wartet da jedoch am Kai nicht ihr Verlobter. Sie fragt sich durch, stellt einen Träger und einen Führer an, die sie zur Missionsstation führen. Dort eröffnet ihr der Leiter, dass ihr zukünftiger Mann drei Tage vorher an einer Seuche gestorben ist. Julie wird ans Grab geführt. Die gemeinsame Zukunft auf dem neuen Kontinent endet, bevor sie angefangen hat.
Trost in Trauer

Tief betroffen und entkräftet schrieb sie die an Gott gerichteten Zeilen, «So nimm den meine Hände» und «Ich mag allein nicht gehen, nicht einen Schritt» bis hin zu «Du führst mich doch zum Ziele auch durch die Nacht: so nimm denn meine Hände und führe mich bis an mein selig Ende und ewiglich!»

Veröffentlicht wurde das Lied 1862 mit einer Melodie von Friedrich Silcher, das er 1842 für ein Abendgebet geschrieben hatte. Julie hatte ihre Zeilen bewusst auf diese Melodie getextet.

Ein alleiniges Bleiben in Afrika war für sie nicht möglich und so kehrte sie nach einiger Zeit zurück nach Osteuropa, wo sie sich nach mehreren Umzügen in St. Peterburg niederliess.

Rund 30 Jahre später starb sie während ihren Ferien im russischen Wösso an einem Strand.



Quelle: https://www.livenet.ch/themen/wissen/281...ine_haende.html


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#11

RE: So nimm denn meine Hände - und führe mich!

in Hochzeitstage ,die Ehe und Ihr Brauchtum 17.01.2019 19:18
von BlattimWind | 5.640 Beiträge | 12011 Punkte

@Silvan für das Auffinden dieser berührenden Geschichte.
Ich habe auch ein wenig gegoog..... und gelesen, dass eigens für Trauungen der Text etwas abgewandelt wurde:

So nimm denn meine Hände

Melodie: Friedrich Silcher
Text: Hochzeitstext

1. So nimm denn meine Hände und führe mich
Bis an mein selig Ende und ewiglich.
Ich mag allein nicht gehen, nicht einen Schritt:
wo Du wirst gehen und stehen, da nimm mich mit.

2. Durch Glück und gute Zeiten, doch auch durch Schmerz,
wirst du mich treu geleiten, mit Hand und Herz.
An deiner Seite gehen, dein eigen sein!
Was immer mag geschehen, ich bleibe dein.

3. Und bist auch du, mein Leben, so inniglich
In Lieb mir treu ergeben, genau wie ich,
so nimm denn meine Hände und führe mich
bis an mein selig Ende und ewiglich.


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#12

RE: So nimm denn meine Hände - und führe mich!

in Hochzeitstage ,die Ehe und Ihr Brauchtum 17.01.2019 19:37
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von BlattimWind im Beitrag #11
@Silvan für das Auffinden dieser berührenden Geschichte.




Gerne geschehen!


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#13

RE: So nimm denn meine Hände - und führe mich!

in Hochzeitstage ,die Ehe und Ihr Brauchtum 17.01.2019 22:48
von Mai | 4.252 Beiträge | 11346 Punkte

@BlattimWind

Dieser Meinung schließe ich mich gerne an.


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#14

RE: So nimm denn meine Hände - und führe mich!

in Hochzeitstage ,die Ehe und Ihr Brauchtum 17.01.2019 23:00
von Gelöschtes Mitglied
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Eine gute Beobachtung:

Zitat
Die fehlende Benennung des Adressaten hat es ermöglicht, das Lied als einen Brautgesang zu verstehen, bei dem sich die Eheleute einander anreden (bzw. die Braut den Bräutigam).

Möglicherweise führte zu diesem produktiven Missverständnis auch die Tatsache, dass – wie bei vielen Liedern – nicht der gesamte Text, sondern nur das Initium „So nimm denn meine Hände“ rezipiert und dieses auf das Verhältnis von Mann und Frau appliziert wurde.



https://freidok.uni-freiburg.de/


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#15

RE: So nimm denn meine Hände - und führe mich!

in Hochzeitstage ,die Ehe und Ihr Brauchtum 13.04.2025 20:09
von Gert | 1.236 Beiträge | 1568 Punkte

Ich kenne das Lied sehr gut. Gewiss von Beerdigungen, aber in den Jahren meines Dienstes als Pfarrer wurde es oft von den Damen der Frauendienste als Geburtstagslied gewünscht. Bei Hochzeiten kamen bei mir nie vor.
Gert


Furcht ist nicht in der Liebe
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