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#1

Ein Mann schiebt den Patientenlifter für seine Frau zu Fuß durch Konstanz

in Leben mit einem Handycap 24.01.2018 12:45
von Uschi | 30.461 Beiträge | 5777 Punkte

Ein Mann schiebt den Patientenlifter für seine Frau zu Fuß durch Konstanz

Am Ende siegte der Pragmatismus: Der Lebensgefährte einer Frau mit Behinderung schiebt einen etwa 50 Kilogramm schweren Patientenlifter zu Fuß durch Konstanz. Der Grund: Am Klinikum konnte das Gerät nicht aufgetrieben werden.

Dieses Jahr geht es nach Südtirol. "Eine Woche, bis auf über 3000 Meter", sagt Karin Arnold. "Das geht, es ist alles barrierefrei, habe ich alles geklärt", ergänzt sie. Karin Arnold erfüllt sich alle Wünsche, die sie sich erfüllen kann. Es sind mehr, als ihr oft zugetraut werden. Wenn sie als "bedauernswerte Person" bezeichnet wird, ärgert sie sich. "Und ich bin auch nicht an den Rollstuhl gefesselt", ergänzt sie. Den Urlaub in Südtirol wird sie dennoch größtenteils auf vier Rädern verbringen.

Karin Arnold leidet an Multipler Sklerose, einer Erkrankung des Nervensystems, die zu Einschränkungen des Bewegungsapparats führt. Auf steinigen Wegen rumple und ruckle es eben ein wenig, ihr Recht auf ein selbstgestaltetes Leben lasse sich Arnold deshalb nicht nehmen. Selbst entschieden hat sie auch bei ihrer Behandlung im Konstanzer Klinikum, mit Nachdruck.
Karin Arnold besteht auf Patientenlifter

Wegen einer Lungenentzündung musste sie sich dort behandeln lassen. Nach einigen Stunden wurde sie von der Notaufnahme auf die Fachstation verlegt. Für Karin Arnold war klar: Von ihrem Rollstuhl ins Krankenbett möchte sie nur mit einem elektrischen Patientenlifter gehoben werden, so wie sie es von zuhause gewohnt ist. "Das dauert zwar ein bisschen länger als von Hand gehoben zu werden, aber ist für alle Seiten besser." Ihr selbst bereite es große Schmerzen, wenn sie von einer Pflegekraft von einer Position in die andere gebracht wird; für Pfleger selbst sei die technische Unterstützung rückenschonender; nicht zuletzt ist ihr auch ihre Würde wichtig.

Zweckentfremdung für die Verwaltung?

Andrea Jagode, Sprecherin des Gesundheitsverbunds im Landkreis Konstanz, bestätigt: "Die Pflegedienstleister achten sehr darauf, dass die Mitarbeiter an Patientenliftern geschult werden und sie auch nutzen, um ihre eigene Gesundheit zu schonen." Im Klinikum wurde Karin Arnold und ihrem Lebensgefährten jedoch gesagt, im Moment sei nur einer der verfügbaren Lifter auffindbar. Der werde allerdings in der Verwaltung gebraucht, möglicherweise um Akten zu transportieren.

Andrea Jagode kann sich das "nicht vorstellen, es würde auch keinen Sinn machen, weil die Geräte viel zu sperrig sind, um sie dort zu zweckentfremden". Die vier Patientenlifter, die es im Klinikum gebe, könnten von jeder Station innerhalb weniger Minuten herbeigeschafft werden. Es sei dem Gesundheitsverbund nicht bekannt, dass dies nicht ausreiche. "Würde das so vom Personal zurückgemeldet, dann wird in der Regel auch ein neues Gerät besorgt", sagt Jagode. hier weiter


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#2

RE: Ein Mann schiebt den Patientenlifter für seine Frau zu Fuß durch Konstanz

in Leben mit einem Handycap 25.01.2018 09:38
von Lyn | 1.554 Beiträge | 1696 Punkte

Ich kann die Frau schon verstehen, mag es auch nicht wenn ich angefasst werde und wie ein Kartoffelsack gehievt werde. Nur sehr selten gibt es Situationen da muss man sich fügen, ( z.B. wenn ich Fliege ) Toleranz gehört zum Alltag.

Nur für ein Klinikum ist dies ein Armutszeugnis, wenn so etwas nicht vorhanden ist oder eine Zweckentfremdung stattfindet .


In uns selbst liegen die Sterne des Glücks,... von - Heinrich Heine
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