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EU soll in die Medikamentenversorgung eingreifen

in Info + Tipps rund um die Gesundheit. 11.09.2017 08:48
von Boardbote | 2.944 Beiträge

EU soll in die Medikamentenversorgung eingreifen



Ein parlamentarischer Abend in der bayerischen Vertretung in Brüssel befasste sich mit der Arzneimittelpolitik

Zitat

Bayern sorgt sich um seine Versorgung mit Arzneimitteln und will ein Einschreiten der EU. Warum werden Arzneimittel in Bayern, ja in ganz Europa immer knapper? Was kann die EU dagegen tun? Müssen Arzneimittel teurer werden, um ihre Herstellung und die Arzneimittelforschung in der EU zu halten? Wie kann der Zugang der Patienten gerechter werden? Dies waren Fragen, die deutsche Vertreter der Branche, der EU-Kommission und des EU-Parlaments auf einem parlamentarischen Abend in der bayerischen EU-Vertretung in Brüssel diskutierten und auf der die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) zu einem gemeinsamen Vorgehen in der EU zur Lösung dieser Fragen aufforderte.

Die Gesundheitssysteme der EU-Länder geben sich bei der Versorgung mit wirksamen Medikamenten immer mehr in die Hände ausländischer Hersteller. Ende vergangenen Jahres gab es einen Versorgungsengpass in Krankenhäusern und Apotheken bei zwei Antibiotika gegen schwere Krankheiten, weil in China eine Fabrik explodiert war. Warum tut die EU nichts gegen Versorgungsenpässe?

Produktion konzentriert sich in Drittstaaten


Die weltweit konkurrierenden Produktionsstandorte für Arzneimittel konzentrieren sich aus Kostengründen immer mehr in Drittstaaten, wo europäische Umwelt- und Arbeitsstandards nicht eingehalten werden müssen. Selbst die Spitzenforschung wandert ab. Ein Risiko für die Versorgungssicherheit mit Arzneimitteln in Bayern, Deutschland und der EU. Die bayerische Staatsministerin Melanie Huml will, dass die EU was dagegen tut. „Früher war Deutschland einmal die Apotheke der Welt. Die Zeiten sind vorbei“, sagte die gebürtige Bambergerin und ausgebildete Ärztin. Noch ist Bayern ein wichtiger Standort für die Pharmaindustrie. Immerhin leistet die pharmazeutische Industrie Bayerns mit 4,5 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung und rund 26.000 Arbeitsplätzen einen wichtigen Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt Bayerns, wie es die Statistik der „Pharmainitiative Bayern“, ein Zusammenschluss von neun forschenden Pharma-Unternehmen mit Sitz in Bayern, dokumentiert. Aber laut Angaben dieser Initiative werde immer weniger in Bayern in neue innovative Arzneimittel investiert, weil sie dafür weniger Geld übrig haben. Gründe seien Preismoratorien und Zwangsabschläge, die die Krankenkassen den Pharmunternehmen auferlegten, so die Pharmainitiative Bayern.

Wichtige Pharmawirkstoffe in der EU herstellen


Die Bürger Bayerns bangen um die Arzneimittelversorgungssicherheit „Wir vermuten gar nicht, dass dies die Bürger beschäftigt“, sagte die bayerische Gesundheitsministerin in Brüssel. „Schauen Sie, dass Sie eine gute Versorgung bekommen“, zitierte sie die an sie gerichtete Forderung einer Besuchergruppe, die sie in München besuchte hatte. „Es muss rasch etwas geschehen“, so Huml. „Wir (die Politiker) sind für die Rahmenbedingungen verantwortlich. Die müssen wir verbessern.“ Damit „unentbehrliche“ Wirkstoffe weiterhin in der EU hergestellt werden, sollten diese EU-weit ausgeschrieben werden müssen. Je mehr die Produktion dieser unentbehrlichen Pharmawirkstoffe in Drittstaaten abwandert, desto unsicherer werde die hiesige Arzneimittelversorgung.

Das Problem ist, dass es zwar einen Binnenmarkt für Arzneimittel gibt, die Gesundheitssysteme in den EU-Ländern aber sehr unterschiedlich sind. Die Preisfindung für Arzneimittel und die Erstattungsentscheidungen der zuständigen Behörden sind verschieden, was zu unerwünschten Parallelimporten führt. Die EU-Mitgliedstaaten sollten sich besser absprechen, schlug die bayerische Gesundheitsministerin vor.


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zuletzt bearbeitet 11.09.2017 08:48 | nach oben springen



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